Stadt der Türme
Kaum eine Silhouette in Westfalen ist so unverwechselbar wie die von Soest: Auf engstem Raum ragen die Türme von Petrikirche, Patrokli-Dom, Wiesenkirche und St. Pauli in den Himmel – jede mit eigenem Baustil und eigener Geschichte. Im Folgenden stellen wir Ihnen diese und weitere Sehenswürdigkeiten der Altstadt im Detail vor.
Patrokli-Dom
Der "Turm Westfalens" ist mit seiner Grundsteinlegung im 10. Jahrhundert über 1000 Jahre alt und gilt als Inbegriff der Romanik in Westfalen. Der rund 80 Meter hohe, von vier Ecktürmchen flankierte Westturm wird von Fachleuten oft als schönster romanische Turm Deutschlands bezeichnet. Bis 1797 diente er sogar als städtische Rüstkammer – ein Teil der damaligen Ausstattung ist heute im Osthofentor-Museum zu sehen.
Petrikirche
Die "Alde Kerke" gilt als älteste Pfarrkirche Soests – schon um 800 stand hier im Zuge der Sachsenmission Karls des Großen ein erster Kirchenbau. Der heutige Bau vereint mehrere Epochen: romanischer Westbau, gotischer Chor und eine barocke Turmhaube von 1709. Bestandteil der Tour „Wenig gehen – viel sehen", gegen Aufpreis mit Dachstuhl-Extra erweiterbar.
Petrikirchplatz
Der Platz rund um die Petrikirche diente früher als Friedhof – Bestattungen fanden traditionell möglichst nah an der Kirche statt. Heute ist er ein zentraler, von historischer Bebauung umgebener Treffpunkt und ein guter Ausgangspunkt für einen Altstadt-Rundgang.
Rathaus (1713)
Ein Rathaus in Soest wird bereits 1230 urkundlich erwähnt. Der heutige Barockbau entstand 1713–1718, finanziert von Soester Kaufleuten und Handwerkern nach den Entbehrungen des Dreißigjährigen Krieges. Der ochsenblutrote Anstrich hebt sich bewusst vom Grünsandstein der Nachbarschaft ab. Im Inneren: der "Blaue Saal" mit sternenbesetzter Deckenmalerei.
Osthofentor
Das einzige erhaltene Stadttor von einst zehn Soester Torburgen, erbaut 1523–1526. Heute beherbergt es ein Museum zur Stadtgeschichte mit rund 25.000 Armbrustbolzen aus dem 14. bis 16. Jahrhundert – Teil der ehemaligen städtischen Rüstkammer, die zuvor im Dom-Turm lagerte.
Wiesenkirche
Die gotische Hallenkirche "St. Maria zur Wiese" gilt als eine der formvollendetsten ihrer Art. Grundsteinlegung war 1313, die markanten 81 Meter hohen Doppeltürme kamen erst Ende des 19. Jahrhunderts hinzu. Berühmtestes Detail: das rund 500 Jahre alte Fenster "Westfälisches Abendmahl" – statt Brot und Wein zeigt es Schweinskopf, Schinken, Roggenbrot und Bier. Namensgebend für unser gleichnamiges Zusatzangebot.
Haus zur Rose (Freiligrathhaus)
Eines der meistfotografierten Fachwerkhäuser Soests, über 400 Jahre alt und bekannt für seine kunstvollen Flachschnitzereien. Der Beiname "Freiligrathhaus" erinnert daran, dass der Dichter Ferdinand Freiligrath hier von 1825 bis 1832 im Landhandel seines Onkels das Kaufmannsgewerbe erlernte. Ein Stopp auf unserer Altstadtführung.
Der Wall mit Gräfte
Ein rund 4 km langer, begehbarer Wallring aus Grünsandstein umschließt die Altstadt – neben Lucca in der Toskana einer der wenigen erhaltenen Wallanlagen Europas, auf denen man spazieren kann. Am Jakobitor beginnt in der Regel unsere Altstadtführung. Die historische Befestigung ist über 800 Jahre alt und bis heute zu großen Teilen erhalten.
Grünsandstein-Architektur
Der für Soest typische grünliche Sandstein prägt zahlreiche historische Fassaden – von der Wallmauer bis zu Dom, Petrikirche und Wiesenkirche – und gibt der Altstadt ihren unverwechselbaren Charakter. Das Material lässt sich leicht bearbeiten, ist aber witterungsempfindlich: Wasser und Frost sorgen bis heute für ständigen Restaurierungsbedarf. Zu sehen an nahezu jeder unserer Stadtführungen.
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